O-19 Ziel Bornholm

img 7140Absegeln mit der Greif! Oh wie schön. Das kann rau werden, dachte ich mir. Ich rechnete mit viel Wind, viel Regen und viel Arbeit.

Mit Aussicht auf 4m Welle und Wind bis Stärke 11 auf der Ostsee, fuhren wir nicht direkt nach Bornholm, sondern brachen erstmal Richtung Sassnitz auf.

Vor der Enterübung reparierten wir noch Webleinen, dann ging es für unsere Mitsegler das erste Mal ins Rigg. Es schaukelte schon ganz gut. Unter Landabdeckung hatten wir Windstärke 8 mit Böen bis Stärke 10. Die 4m Welle der Ostsee wollte, nachdem wir nun eine 1,5m Welle erlebt hatten, niemand mehr spüren. Selbst hier unter Landabdeckung blies der Wind so stark, dass die Segel nicht weggenommen werden konnten. Kurz vor Sassnitz riss uns das Großstagsegel. Da das Segel als Sturmsegel dient und nicht repariert werden konnte, musste es ausgetauscht werden.

Direkt nach dem Anlegen gegen 17:30 Uhr, begannen wir das defekte Segel abzuschlagen und das neue anzunähen. Wegen Regen kamen wir nur langsam voran. Gegen 21 Uhr stellten wir bei immer wieder einsetzendem Starkregen die Arbeiten ein. Die letzten Lögel würden Freitagmorgen angenäht werden müssen.

Freitag der 13. - ohne böse Zwischenfälle. Wir hatten guten achterlichen Wind von 5-6 und Welle von 1-2m. Ich durfte das Schiff aus dem Hafen steuern, was für unseren Kapitän und mich ziemlich aufregend war. Am Ende freuten wir uns beide, es geschafft zu haben.

Zur Mittagsruh hätte mich eine Welle beinahe aus der Koje geworfen. Das muss eine der 2m Wellen gewesen sein, von denen mir die Mitsegler berichteten.

7 Segel waren gesetzt und wollten aus und wieder eingepackt werden. Bornholm kam in Sicht. Gegen 17 Uhr waren wir in Rønne fest.

Nach dem Törn begannen wir in Vorbereitung auf den Winterschlaf, die ersten Segel abzuschlagen. Den Außenklüver, den Flieger und das Gaffeltoppsegel würden wir in dieser Saison nicht mehr benötigen. Wir waren fleißig UND wurden belohnt. Am Abend kurz vor neun gab es frisch geräucherten Heilbutt , mmh lecker!

Samstag erwachten wir bei Nieselregen und brachen auf Richtung Heimat.

Windstärke 4-5 und eine Welle von 1,5m empfingen uns. Leider gegenan. Mit Hilfe der Maschine, 2 Vorsegeln und Grossstag arbeiteten wir uns mühsam voran. Es schaukelte fürchterlich, und mir war elend. Zum Glück kam um 12 der Wachwechsel. Die Freiwache verbrachte ich in der Koje. Wir schafften es zu Sonnenuntergang bis vor Rügen. Auf Reede Mukran verbrachten wir unsere letzte Nacht. Wir gingen Ankerwache. Im stündlichen Wechsel bewachten wir unser Schiff und plauderten in wieder bester Stimmung.

Am Sonntagmorgen hieß es Ankerauf. 3 Kettenlängen wollten mittels Ankerspill wieder an Bord des Schiffes gehievt werden. 11 Männer mühten sich die 75m zu bergen. Ich war wieder am Ruder und konnte das Spektakel gelassen beobachten. Aus die Brückenperspektive ist Anker bergen gar nicht so schwer!

Wir fuhren zurück nach Greifswald. Unser Liegeplatz war durch eine Segelyacht belegt. Also machten wir erst auf der anderen Hafenseite vor dem Schipp Inn fest. Wir verholten die Segelyacht, um Platz zu schaffen für unser schönes Schiff und verholten dann zum richtigen Platz. Hier wird die Greif in der folgenden Woche abgetakelt und für den Winter vorbereitet.

Es war ein toller Törn! Vielen Dank an alle, die dabei waren! So verbringe ich gerne wieder 179 Seemeilen.

Reisebericht von Cathleen Thomas

Bilder zum Reisebericht


geschrieben am: 19. Oktober 2017 von Cathleen Thomas

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Reisebericht Fahrt nach Malmö

img 20170617 wa0006Mein dritter Versuch, mit der Greif nach Malmö zu fahren!

Beim 1. Mal vorher nach Kopenhagen abgebogen. Beim 2. Mal vor der Öresundbrücke auf der Stelle kehrtgemacht, Sturmwarnung, und nach Saßnitz zum abwettern zurückgelaufen. Und dieses Mal?

Am Dienstag um 23.40 Uhr an Bord aufgeschlagen. Ruhe? Nein, super Truppe vorgefunden. Versuchten sich auch nachts noch mit 2 Gitarren an etwas Kammermusik. Eigentlich waren es 2 Gruppen. Siggi seine Männer und ein Haufen Ärzte. Alles Wiederholungstäter auf der Greif.

Mittwoch: Bordroutine, Frühstück, Begrüßung, Belehrung, Bergerolle, Enterübung, Segel los und ablegen. Crew mit einem neuen Offizier, Martin, und 8 Hand-für-Koje im Einsatz. Neues Schlauchboot zusammengebaut und an Bord genommen.
Mittags: Fischbulette, Meerrettichsoße, Stampf und Salat.
Die Wachgehenden HfK arbeiteten am Rigg, spleißten und führten kleine Reparaturen durch. Und schon tauchte das erste Problem auf. Eine Sturmfront! Krisensitzung mit den Mitseglern. Kapitän Rollos Lösung: Saßnitz anlaufen, Abwettern. So gegen 17Uhr im Westhafen fest, kurz vor dem 1. Regenguss. Danach Ausschwärmen in die Stadt auf der Suche nach Eis. Abends, zur Freude aller, Kammermusik für 1 Gitarre mit Meister Rollo. Zum Mitsingen. Wahnsinn!!! Hafenwache aufgezogen.

Donnerstag: 7 Uhr Brötchendienst Bootsmann Micha und ich. REWE leer gekauft. Segelwetter. See noch etwas aufgewühlt. Schön den ganzen Tag vor dem Wind gelaufen, gutes Wetter. Wachen aufgezogen, Bordroutine, kleinere Arbeiten. Segeln über Nacht. Mit Martin zusammen Wache. Drückt ganz schön den Altersschnitt auf der Brücke. Super Zusammenarbeit. Der Wind schläft langsam ein.

Freitag: Und dann kommt Sie in Sicht. Die Öresundbrücke. Erinnerungen werden wach. Bloß nicht kehrtmachen. Diesmal nicht. Schön, ich am Ruder stehend, durchgefahren. Malmö mit seinem Tower an Steuerbord in Sicht. Eine Mitseglerin hat Geburtstag. Sektfrühstück und eine happy Birthe. Die Mitsegler waren alle fleißig. Segel bergen und packen. Alles für das Anlanden vorbereiten. So gegen 10 Uhr im Hafen Malmö fest. Ausschwärmen wegen Landanschluss und Müllentsorgung.
Mittags: Nudeln mit Tomatensoße.
Danach für alle Landgang. Micha, Jensi und ich haben uns die Nagelbank Steuerbord vorgenommen. Rost! Mal etwas Krach in den ruhigen Hafen gebracht. Es kamen auch viele Einheimische zum Schauen. Cathlen wieder im Rigg. Und in Malmö ABI-Feier wie Loveparade mit LKW. Laut, Wahnsinn! Abends Grillen mit Altmeister Jensi, lecker Salaten von Lutz und Gitarrenklängen mit Gesang!?

Samstag: Wecken (Siggi hat vielleicht ein paar Schnarcher mitgebracht) Anwesenheitskontrolle, Ablegen und los. Sonnenschein! Erst mit Maschine, Wind zu schwach und aus falscher Richtung. Dann, nach Falsterbo, Segel hoch! Fast Vollzeug (Gaffeltop, Stagfock, Großer Klüver fehlten). Vorwindkurs mit immer schwächer werdendem Wind. Mit allem was wir gesetzt hatten, nicht mehr als 3 Knoten gelaufen. In einer Bö mal 4,4 Knoten. Kapitän hat entschieden, so lange wie möglich zu Segeln und ab einem gewissen Punkt „Maschine an“ um noch in der Nacht (ca. 23.30 Uhr) vor Prora zu Ankern.
Mittags: Steak Hawaii, dazu Bratkartoffeln. Lutz, das war lecker.
Segel bergen und packen von beiden Wachen. Die Mitsegler waren eine super Truppe. 23.30 Uhr Steuerbordanker, 3 Längen, zu Wasser. Ankerwache zieht auf.

Sonntag: Noch vor dem Frühstück Anker auf. Bin übrigens dafür, die Kettenkastenzertifikate vom Bootsmann weiter führen zu lassen. Mit Maschine im strahlendem Sonnenschein durchs Landtief und Bodden gepflügt. Ca. 10.30 Uhr fest in Wieck. Aufräumen, Packen, Sortieren, Rein Schiff usw.
Mittags: Gemüsesuppe mit Würstchen. Die Mitsegler gingen langsam von Bord. Es wurde ruhig.

Fazit: Super Gäste, klasse Crew! Malmö ist eine Reise wert, ein guter Törn! Noch eine Anmerkung: Man sollte es beibehalten, dass der Vorgängertörn den Speiseplan mit Lutz für den nächsten Törn plant. Bringt Abwechslung. Lutz, Danke!

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geschrieben am: 15. Oktober 2017 von Kay Kudell

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Reisebericht HGW-Karlskrona-Rostock

karlskrona70klAls ich mich für den Törn nach Karlskrona anmeldete, freute ich mich sehr mit der "Greif" im Sommer nach Schweden zu fahren. Erst einige Wochen später bemerkte ich, dass dieser Törn sechs Tage lang sein wird. Also mein bisher längster Törn. Was könnte da nicht alles passieren. In meinem Kopf spielten sich wüste Szenen ab, die denen des Spielfilmes „Der Untergang der Pamir“ ähnlich waren - als sie auf der Rückreise war. 6 Tage. Das heißt bestimmt: zwei Nächte „durchfahren“ - pro Strecke. Immer wieder Hoffnungsvolle Gedanken, wie: „Wir werden sicherlich in Rønne oder Nexø Übernachten - also hoffentlich“. Zu meinem Glück sprach der Wetterbericht nur von Windstärke 6-7 und 2,10m Welle. Aber: Jetzt muss ich da durch! Schönwetter-Tagesfahrten kann schließlich jeder.

karlskrona54klAm 03.08. ging es dann los und zu meiner Überraschung plante unser Kapitän bereits Freitagabend in Karlskrona zu sein. Ich war in meinem zuvor tagelang aufgebauten und gepflegten Pessimismus sehr skeptisch. Aber: Tatsache, wir waren am Freitagabend in Karlskrona. Die Hintour war, sagen wir etwas quirlig. Eine schöne Welle von Achtern schob uns quasi von Greifswald nach Schweden, zum Leid einiger Mitsegler. Doch kaum in Karlskrona angekommen, waren alle wieder froh auf. In der Stadt fand das jährliche Stadtfest statt und alle Menschen waren auf der Straße unterwegs. Jung und alt. Ein besonderes Highlight war das Marinemuseum mit seinen imposanten Ausstellungsstücken (Eintritt frei).
Wir lagen zwei Nächte im Hafen und ließen den Wind etwas abflauen, sodass wir am Sonntag wieder in See stechen konnten. Doch kaum waren wir außerhalb der schützenden Schären, begrüßte uns die See frontal mit ihrer ganzen Pracht und angesammelten Dünnung.
So ein Seegang ist für eine kurze Zeit sicherlich lustig, aber wenn sich das über Stunden hinzieht, schlägt es bei dem ein oder anderen doch auf den Magen und die Stimmung. Was also nun? Sollen wir so die ganze Nacht durchsegeln? Der Kapitän entschied sich für einen Zwischenstopp in Nexø auf der Insel Bornholm und so konnten wir auch diesen Abend ruhig mit einem Årgangøl (dänisches Bier mit limitierter Auflage) ausklingen lassen.
Am nächsten Tag war der "Sturm" dann vorüber und wir konnten unsere Reise bei Kaiserwetter fortsetzen. Es ging entlang der Südseite Bornholms Richtung Sonnenuntergang und der Insel Rügen.
Das Wetter war so schön, dass wir sogar das Sonnendeck öffneten und auf Wunsch einiger Mitsegler, das Großsegel setzen konnten. Das sind die Momente, die alles wieder gut machen. Alle waren glücklich und haben den Tag genossen.
Es ging vorbei an Kap Arkona und dem Darß und am Dienstagabend passierten wir die Molen in Warnemünde, wo wir den letzten Abend und die letzte Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen fuhren wir dann in den Stadthafen in Rostock, wo unsere Reise endete.

Insgesamt war es ein wirklich schöner Törn, mit einer tollen und bunt gemischten Mannschaft und tollen Häfen. Und ja, auch das Wetter war schön - auf seine Weise.

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geschrieben am: 26. September 2017 von Max Reinwaldt

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Ausbildungstörn 2017

bild3bild2Mittwoch Nachmittag, ich mache mich von Berlin auf dem Weg nach Greifswald, um die nächsten Tage auf der Greif zu verbringen. Der jährliche Ausbildungstörn steht auf dem Programm. Egal ob – so wie ich – ganz neue Crewmitglieder oder Alteingesessene, bis Sonntag werden wir unser Wissen auffrischen und voneinander lernen, um in der kommenden Segel-Saison den Mitseglern auf dem Segelschulschiff einen sicheren Schiffsbetrieb zu gewährleisten.


Es ist windig in Greifswald, so sehr, dass wir Donnerstag nicht wie geplant nach Swinemünde fahren, sondern einen Zwischenhalt in Peenemünde machen. Dort steigen wir bei 9 Grad Wasser- und Lufttemperatur für eine Seenotrettungsübung in knallrote Neopren-Überlebensanzüge. Diese sorgen für große Belustigung, denn in der Universalgröße mit integrierten Hand- und Fußteilen ist ein Vorwärtskommen an der Pier umständlich, dafür wärmen sie bei diesem ungemütlichen Wetter. Und das ist schließlich das wichtigste. Wir lernen, wie die Rettungsinseln funktionieren, werfen eine ins Wasser, springen hinterher, klettern in und aus der Insel, und üben im Wasser, wie man als Gruppe zusammenbleibt um im Notfall gerettet zu werden. Den Abend verbringen wir gemütlich in der Messe tauschen Seemannsgeschichten, spielen Gitarre sind singen, bis wir müde in die Kojen gehen.
bild1Freitag geht es nach Swinemünde. Von Wind ist nicht mehr viel zu spüren und wir verbringen den Seetag mit seemännischer Handarbeit; spleißen, nähen Taklinge und bessern unsere Knotenkenntnisse auf. Auch Segel werden gesetzt und der Ausbildungsteil kommt nicht zu kurz: Die Steuer- und Backbordwachen sind während des Ausbildungstörns nochmals in je vier Lerngruppen unterteilt. Hier kommen neue und sehr erfahrene Crewmitglieder zusammen. Pro Lerngruppe gibt es einen Ausbilder, er führt uns durch das gesamte Schiff, damit wir wissen, wo die Ankerkette landet, die Rettungswesten liegen, was auf der Brücke passiert, was man beim Posten Ausguck zu meldet hat oder wie die Segel funktionieren. Am Abend erreichen wir Swinemünde, und nutzen die Gelegenheit für einen Landgang.
Samstag, 7.00 Uhr. Wie gestern legen wir pünktlich ab und nehmen jetzt Kurs auf Lauterbach auf Rügen. Auf dem Tagesprogramm stehen wieder Segelmanöver und eine Mann-über-Bord-Übung (MOB-Manöver). Vorab wird jedem Crewmitglied seine Aufgabe zugewiesen. Wann das MOB-Manöver kommt, weiß nur der Kapitän. Als wir die Ansage hören, geht jeder schnell auf seinen Platz, wir lassen das Schlauchboot ins Wasser und retten die Übungs-Bojen. Von der Crew muss natürlich keiner ins Wasser um gerettet zu werden.
Es ist der letzte lange Tag auf See für uns. Die Seekrankheit nimmt bei den meisten ab, unser Wissen wird nochmals gefestigt und Begriffe, die uns am Anfang noch fremd waren, gehen langsam in den normalen Wortschatz über. Abends in Lauterbach werten wir den Ausbildungstörn aus, Stammbesatzung und „Auszubildende“ sind zufrieden. Jetzt heißt es, das Gelernte bei den zahlreichen Segeltörns anzuwenden, weiter zu festigen und uns stetig weiterzubilden.
Am Sonntag gegen 9.30 Uhr laufen wir schon in unserem Heimathafen Greifswald ein. Wer aus dem Süden des Landen anreiste, macht sich langsam von Bord, der Rest der Crew hilft beim Reinschiff machen und im Laufe des Tages verabschieden wir uns voneinander und ich freue mich auf kommende Fahrten auf dem Segelschulschiff Greif.

Bericht als PDF Datei herunterladen:   Ausbildungstoern_2017_16052017_jdo_HB.pdf


geschrieben am: 16. Mai 2017 von Julia Dörfler

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